Rebschnitt


Der Rebschnitt wird die spätere Qualität des Weines maßgeblich beeinflussen. Bei dieser wichtigen und verantwortungsvollen Aufgabe wird Anfang des Jahres das vorjährige Altholz bis auf zwei Ruten entfernt und auf eine bestimmte Augenzahl (Augen=Knospen) gekürzt. An den Ruten, die stehen bleiben, treiben später die Triebe aus, die dann die Trauben tragen. Pauschal lässt sich sagen, je weniger Augen, desto weniger Trauben hat ein Stock, desto mehr Energie fließt in jede einzelne Traube.
Damit ein Rebstock kompakt bleibt und nicht verwildert, wählt man die Ruten möglichst nah am Kopf des Rebstocks. Natürlich muss man bei der Auswahl beachten, dass die Rute gesund ist und keine Beschädigung hat (zB. Hagelschlag oder Verbiss von Rehen), sonst würde sie beim Niederziehen brechen.
Mit der Auswahl der Rute kann man auch die Vitalität des Rebstocks beeinflussen. Der Rebstock konzentriert seinen Saftfluss an der Stelle, wo die ganze Kraft benötigt wird. An andere Stellen, an denen keine Triebe wachsen, zieht die Pflanze ihren Saft zurück, die Stelle stirbt ab. Um das zu verhindern, kann man an potenziell gefährdeten Stellen einen kleinen Zapfen stehen lassen, der nur 1-2 Augen hat, so ist auch an unwichtigen Stellen des Rebstocks der Saftfluss garantiert.
Qualitätsbewusste Winzer ziehen lediglich eine Rute nieder. Beim Rebschnitt selber lässt man jedoch zwei Ruten stehen. Diese ist als Ersatz gedacht, wenn beim Niederziehen eine bricht. Im Fachjargon spricht man von der Frostrute. Wenn im Frühjahr noch einmal ein Frost die austreibenden Knospen vereinzelt schädigen würde, könnte man auf die Frostrute ausweichen. Sofort nach dem Niederziehen wird die Frostrute komplett weggeschnitten.

Wenn Sie einmal im Weinberg spazieren gehen, können Sie selbst ein Experiment starten, durch das Sie schnell erkennen, ob ein Winzer es ernst meint mit der Qualität. Vergleichen Sie die Weinberge in den Punkten Stockabstand, Zeilenabstand, Rutenanzahl bzw. Augenanzahl pro Stock. Wichtig ist die Anzahl der Augen pro m². Im Klartext: Hat ein Winzer großen Stockabstand, breite Reihen und nur eine Rute niedergezogen, wissen Sie, hier wird auf Qualität wert gelegt. Fragen Sie sich aber, wie in diese Reihen eine Maschine hineinpasst, die Rebstöcke sich förmlich selber erdrücken und trotzdem sind noch zwei Ruten niedergezogen, dann wissen Sie: hier kennt jemand das Wort Qualität höchstens aus der Werbung seiner Mitbewerber.

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