

Als Nico Scholtens vor 40 Jahren begann, seinen eigenen Wein herzustellen, gab es für ihn nur eine Regel: Der Wein muss ihm schmecken. Da er sich die Kunst des Weinbaus selbst beibrachte, entwickelte er im Laufe der Jahre seine ganz eigene Philosophie. Diese prägt unsere Arbeit bis heute und macht unsere Weine zu etwas Besonderem.
„Trocken“ ist bei Wein zunächst eine gesetzlich definierte Geschmacksangabe, die trotz ihrer Bezeichnung einen bestimmten Restzuckergehalt zulässt. Für uns beginnt echter trockener Wein jedoch dort, wo keine Restsüße mehr schmeckbar ist. Deshalb vergären wir unsere Weine möglichst vollständig und streben bei ausgewählten Weinen bis zu 0,0 g/l Restzucker an.
Ein Wein mit sehr wenig Restzucker muss dabei keineswegs sauer oder unharmonisch schmecken. Die Kunst besteht darin, Säure, Alkohol, Extrakt und Frucht so miteinander zu verbinden, dass auch ein extrem trockener Wein rund und harmonisch wirkt. Genau darin liegt eine unserer besonderen Stärken.
Bei der Weinbereitung stehen dem Winzer zahlreiche zugelassene Hilfsmittel zur Verfügung, darunter sogenannte Schönungsmittel. Sie können eingesetzt werden, um einen Wein gezielt zu verändern oder bestimmte Eigenschaften zu beeinflussen.
Wir verfolgen einen anderen Ansatz: Ein hochwertig ausgebauter Wein soll für uns möglichst klar seinen eigenen Charakter zeigen. Deshalb verzichten wir auf Schönungsmittel und setzen auf eine sorgfältige Weinbereitung, bei der wir möglichst wenig in den natürlichen Entwicklungsprozess des Weines eingreifen.
Jeder Jahrgang ist ein Individuum und entwickelt seinen eigenen Charakter. Genau das macht den Weinbau für uns so spannend. Wetter, Boden, Rebsorte und Jahrgang hinterlassen jedes Jahr ihre eigene Handschrift.
Bei der Sortenreinheit haben wir eine klare Vorstellung: Wo Riesling draufsteht, soll auch Riesling drin sein. Wir wollen die Eigenart einer Rebsorte nicht durch den Verschnitt mit anderen Rebsorten verwässern, sondern ihren eigenen Charakter herausarbeiten.
Das Geheimnis unserer Weine besteht darin, möglichst wenig an ihnen verändern zu müssen. Ohne Schönungsmittel, ohne Verschnitt und ohne Süßreserve zu arbeiten, erfordert viel Erfahrung und eine konsequente Arbeitsweise.
Keltern, Gärung, Filtrierung und Lagerung erfolgen deshalb nach klaren Regeln, die sich über Jahrzehnte im Weingut Scholtens entwickelt und bewährt haben. Dabei geht es nicht darum, möglichst wenig zu tun – sondern genau zu wissen, wann Eingreifen notwendig ist und wann man den Wein besser in Ruhe lässt.
Qualität beginnt für uns bereits im Weinberg. Mit möglichst großen Rebstockabständen, einem stärker regulierenden Rebschnitt und dem Herausschneiden von Trauben im Spätsommer regulieren wir unseren Ertrag. Unser Ziel liegt bei etwa 30–50 hl/ha.
So viel wie möglich wird von Hand erledigt. Statt großer Maschinen setzen wir bevorzugt auf handgeführte Kleinmaschinen und auf Handlese. Auch im Keller spielt sorgfältige Handarbeit eine wichtige Rolle.
Entscheidend ist außerdem die Qualität der eingesetzten Rohstoffe – beispielsweise bei hochwertigen Reinzuchthefen oder unseren 1.-Wahl-Korken.
Um eine gleichbleibend hohe Qualität zu gewährleisten, untersuchen wir unsere Jungweine während des Ausbaus regelmäßig im eigenen Kleinlabor. Zusätzlich geben wir unsere Weine zwei- bis dreimal jährlich zur Kontrolle an ein unabhängiges Labor.
Unser Weinberg ist Teil eines natürlichen Lebensraums. Zwischen den Rebstöcken lassen wir deshalb natürliche Begrünung zu und verzichten bei der Bewirtschaftung auf Herbizide und Insektizide.
Die natürliche Begrünung bietet unterschiedlichen Pflanzen Raum und schafft Strukturen, in denen zahlreiche Insekten und andere Tiere vorkommen können. Auf diese Weise bleiben auch Pflanzenbestände erhalten, die sich über viele Jahre in unseren Weinbergen entwickelt haben.
Wir verzichten außerdem auf den Einsatz von Kupfer als Pflanzenschutzmittel. Kupfer ist ein Schwermetall und kann sich bei wiederholter Anwendung im Boden anreichern. Stattdessen wählen wir die für unseren Weinbau erforderlichen Pflanzenschutzmaßnahmen gezielt aus und setzen sie entsprechend den geltenden Anwendungsvorschriften ein.
Wir nennen diese Arbeitsweise nicht einfach „nachhaltig“, sondern zeigen lieber konkret, was wir im Weinberg tatsächlich tun: Herbizide und Insektizide vermeiden, natürliche Begrünung erhalten, den Boden möglichst schonend bearbeiten und viele Arbeiten von Hand durchführen.
Kaum ein Getränk blickt auf eine so lange Geschichte zurück wie der Wein. Diese lange Weinbautradition ist für uns Verpflichtung und Inspiration zugleich.
Wir bauen unsere Weine nach unserer eigenen fränkischen Tradition klassisch trocken aus und verschließen unsere Flaschen auch in Zukunft ausschließlich mit Naturkorken.
So verbinden wir traditionelle Handarbeit und Erfahrung mit unserer eigenen Vorstellung davon, wie ein ehrlicher, charaktervoller Frankenwein entstehen soll.